Blog

Namibia • Ein Land voller Wunder

Nun ist es mehr als 5 Monate her, dass der Flieger in Frankfurt Richtung Windhoek gestartet ist – mir kommt es auf der einen Seite vor wie gestern, auf der anderen Seite ist es ewig lange her. Und ich vermisse die Zeit!

Anfang Juli machte sich unsere lustige Mädelstruppe auf den Weg in den Süden von Afrika und ein Traum ging für mich in Erfüllung: Ich betrete das erste Mal in meinem Leben den afrikanischen Kontinent. Meine Reisen führten mich bisher ich verschiedene Ecken, aber dieser besondere und große Kontinent war bisher nicht dabei. Und ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin – ab sofort rutschen einige andere Länder Afrikas deutlich weiter nach oben in meiner Reise-Bucket-Liste 😉

Aber zurück zu Namibia: Ehrlich gesagt bin ich eine ziemliche Planerin, wenn es um Reisen geht. Teilweise ist es aber auch einfach nicht anders möglich, wenn man zu bestimmten Tagen an bestimmten Orten oder auf besonderen Campingplätzen in der wohl beliebtesten Reisezeit (Ferien in Deutschland wie auch in Südafrika, die den größten Anteil der Touristen ausmachen) sein möchte. Ich muss aber auch zugeben – Ich liebe liebe liebe die Reiseplanung 😀 Hier gebe ich euch einen kleinen Einblick in unsere grobe Route:

Mit unserem 4×4 Camper, reichlich Gepäck (jeden Morgen wurde ausgiebig Tetris gespielt, um alles wieder ins Auto zu bekommen) und wunderbarem Wetter ging es einmal im Kreis durchs Land. Gestartet sind wir direkt mit einem absoluten Highlight: Nach einem Tag Windhoek zur Orientierung, Organisation und Eingewöhnung ging es direkt in den Norden in den Etosha Nationalpark <3 Dort konnten wir in drei Tagen einfach sooooooo viele unglaubliche Tiere und Landschaften erleben, das ich gar nicht weiß, was ich sagen soll. Daher möchte ich einfach die Bilder für sich sprechen lassen:









Ganz besonders haben es mir Elefanten angetan. Diese großen Grauen, voller Anmut, aber auch voller Stärke. Es war super spannend, ihnen zuzusehen – zum einen in der Herde, in einer Gruppe Jungbullen mit Machtkämpfen oder ganz alleine zwischen lauter anderen Tieren. Wie sie untereinander agieren, vor allem die Mütter und ihre kleinen Babys. Eine ganz besondere soziale Bindung, die man nicht übersehen kann.




Man mag es kaum glauben, aber wir hatten einfach unglaubliches Glück. Nachdem wir am zweiten Morgen das Camp verlassen, fuhren wir direkt zur Wasserstelle mit einem unglaublichen Ergebnis: Ein Rudel Löwen <3  Wir haben sicher 2-3 Stunden dort verbracht und dem Schauspiel zugesehen, wie der kleine Simba mit seiner Mama Konflikte austrägt 😀




 

Auch wenn Namibia für Nationalparks und Wildtiere bekannt ist, hat das Land einiges mehr zu bieten. Ich war fasziniert von der Landschaft. Den Bergen. Der Wüste. Dem Meer. Dem Nichts. Ja, denn ganz oft war es über hunderte Kilometer nur Nichts. Man glaubt es kaum, aber auch dieses Nichts ist wunderschön.


Ranch Koiimas

Spitzkoppe


Namib Wüste bei Swakopmund

 

Eine Aktivität hat den Urlaub bestimmt: Autofahren. Namibia ist ziemlich groß und man muss zum Teil lange Strecken überwinden, um von einem zum nächsten interessanten Punkt zu gelangen. Da ist es super, wenn man sich beim Fahren abwechseln kann. Unser Auto… tja. Sagen wir mal, es war eine Hassliebe! Hass – da das gute Stück doch einige Macken hatte, weil ich die ersten Tage durch die harte Kupplung Muskelkater hatte, für den Platten Reifen, für das permanenten Ein- und Auspacken. Liebe – da er alles mitgemacht hat, unser Haus und Heim war, das Aufwachen in den Dachzelten jeden Morgen einfach magisch war! Und wir so einzigartige Campingplätze besucht haben.

Oft wurde ich in der Zeit nach meiner Reise nach den Highlights gefragt – wo muss man unbedingt hin? Was hat mir am besten gefallen? Ich finde diese Frage immer so schwer zu beantworten. Denn oft sind es die kleinen Momente, die so besonders sind und die einem im Gedächtnis bleiben. Oder persönlichen Highlights. Eine witzige Situation. Es kann einfach alles sein!

Doch eine Sache kann ich nicht verleugnen, ein absolutes Highlight, der Grundstein und Mittelpunkt unserer Reise: Die Wildpferde von Garub! Viele Touristen fahren gar nicht in den Süden des Landes – meiner Meinung nach ein absoluter Fehler! Schon der Weg von Sesriem in den Süden ist einfach gigantisch. Vorbei an der Namib Wüste, durch Schluchten und über Hochebenen, die Fahrt war ein absoluter Knaller! Die Landschaft, in der die Wildpferde leben, ist schön und gefährlich zu gleich. Durch die jahrelange Dürre im Land gibt es hier kaum etwas zu fressen. Alles ist ausgetrocknet. Dürr. Genauso wie die meisten der Wildpferd. Die haben bereits verschiedene Strategien entwickelt: Die Jungen Wilden, die sich an den Straßenrand stellen und bei Touristen betteln. Die große Herde, die versucht, zusammen zu halten und sich zu helfen. Und die Einzelgänger, so wie Freddy. Es war faszinierend und erschreckend zugleich, wie die Pferd und ihre menschlichen Schutzengel jeden Tag kämpfen. Carina hat darüber einen fesselnden Artikel geschrieben mit ganz vielen weiteren Infos….
Alles in allem eine unglaublich atemberaubende Erfahrung, diesen wilden Pferden zu begeben. Sie zu beobachten, zu warten wie sie auf uns reagieren, wie sie mit uns umgehen. Zum Teil waren sie distanziert, zum Teil so neugierig und sogar forsch.










 

Ein zweites Highlight war für mich die Wüste. Ich glaube, ich bin ein verlorenes Wüstenkind 😉 Diese Weite und der Sand faszinieren mich jedes mal wieder aufs Neue. Und die Wüste in Namibia hatte definitiv noch eine ganz andere Wirkung auf mich! Daher war der Tag im Sossusvlei und dem Dead Vlei (übersetzt: Totes Tal) ein atemberaubendes Erlebnis. Aufstehen um 4 Uhr, damit wir pünktlich um 6 Uhr, sobald die Tore öffnen, in die Wüste fahren konnten. Carina und ihren Offroad-Fähigkeiten haben wir es zu verdanken, das wir als erste durch die 2 km reinen Sand gefahren sind (Luft aus den Reifen, 4×4 rein und ab geht die Ralley-Fahrt!!!) und den Parkplatz am Dead Vlei vor allen anderen erreichten. Denn: Zum Sonnenaufgang entfaltet das tote Tal seine absolute Pracht, wenn das Tal an noch im Schatten liegt, die Dünen rund herum aber langsam von der Sonne angestrahlt werden in einem intensiven Orange. Dazu ein seltenes Phänomen, denn es gab Nebel!
Da wir die ersten waren, konnten wir diesen magischen Moment ganz alleine genießen… bis die asiatische Reisegruppe eintraf 😀




Einer unserer letzten Stops hat uns zu den Köcherbäumen geführt… einer Ansammlung dieser besonderen Bäume findet man nur in einem kleinen Gebiet rund um die Stadt Keetmanshoop. Wir haben den Campingplatz mittendrin gebucht – um ehrlich zu sein etwas gruselig war es dort, aber das machte den Nervenkitzel auch aus 😉 Dafür wurden wir mit einem magischen Sonnenuntergang und -aufgang belohnt!

Es gibt sicher noch so viele Fotos und Momente, die hier fehlen. Aber dafür war die Reise und das Land einfach zu vielfältig, um wirklich alles einzufangen und zu zeigen. Ich weiß schon jetzt, ich komme wieder. Eines Tages werden mich meine Wege nochmal in das Land voller Wunder führen.